Red Queen – Alex's Blog It takes all the running you can do, to keep in the same place.

21Nov/130

Rede von Patrick Stählin am Million Mask Marsch

Mit freundlicher Genehmigung von Patrick Stählin veröffentliche ich hier seine Rede die er am 9.11.2013 am Million Mask Marsch in Zürich gehalten hat. Weil er's so treffend gesagt hat.

Wie üblich gilt das gesprochene Wort.

Es ist alles kein Problem, die NSA kann kein Schweizerdeutsch! Das war mitunter das dümmste was wir in den letzten Tagen vom Bundesrat gehört haben.

Denn die Spionage bezieht sich nicht nur auf Inhalte sondern auch darauf wer mit wem kommuniziert. Diese Daten sind für Regierungen sehr wertvoll — für Firmen wie Facebook und Twitter sind sie jedoch ihr Kapital.

Auch die Schweiz ist interessiert an diesen Daten und sie werden bereits erhoben. Wer mit wem in der Schweiz telefoniert wird fuer sechs Monate auf Vorrat aufbewahrt. Nicht nur auf Verdacht sondern von jedem.

Im Moment wird dieses Ueberwachungsgesetz, das Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehr oder BÜPF revidiert. Die Verbindungsdaten sollen nun mindestens ein Jahr aufbewahrt werden. Dies obwohl die Staatsanwaltschaften im Schnitt nur die Verbindungsnachweise der letzten zwei Tage anfordert.

Die Geschichte mit der NSA lenkt gut von den Gesetzen, welche eben durch die Vernehmlassung gegangen sind ab. Das neue Nachrichtendienst-Gesetz NDG wird es dem Schweizer Nachrichtendienst erlauben nahezu verdachtsunabhängig Telefone anzuzapfen. Und dies nicht nur von einzelnen Personen sondern von ganzen Haushalten. Der Nachrichtendienst will Trojaner installieren und geheime Hausdurchsuchungen durchfuehren.

Diese Kompetenzen werden aber nicht durch Kontrollen unterstuetzt. Die Sitzungen mit der Zuständigen Kommission des Nationalrats werden in Geheimdienstkreisen Märchenstunde genannt. Im Gespräch mit dem Zürcher Datenschutzbeauftragten wurde mir offenbart dass er genau Zeit fuer eine Kontrolle beim Geheimdienst hat. Ein Fall von, so will uns der Geheimdienst weise machen, hunderten.

Unter dem Deckmantel des Terrorismus wird seid dem 11. September immer mehr Privatsphäre abgebaut. Sobald etwas passiert muss es ein Gesetz geben welches dies verbietet. Alles was stoert wird verboten oder wie im Beispiel vom Strassenstrich am Sihlquai dort hin verschoben wo es niemand sieht.

Aber wie schon in der Einleitung gesagt, es gibt nicht nur staatliche Überwacher. Unternehmen wie Facebook und Twitter sammeln eure Daten im Internet. Selbst wenn ihr kein Account bei Facebook habt, wird rausgefunden wer ihr seid wenn ihr eine Internet-Seite besucht. Das ist das wahre Kapital von diesen Social-Media Firmen.

Der Fakt dass die Server dieser Firmen und auch deren Hauptsitz in den USA erlaubt es der NSA die Daten ab-zugreifen. Und wenn die NSA die Daten nicht abgreifen kann, erlaubt es die rechtliche Situation in den USA die Firmen unter Strafandrohung zur Herausgabe eurer Daten zu zwingen.

Dass Schweizer Firmen wie die Swisscom, mit dem neuen Messenger IO eure Daten über die USA leiten ohne darauf hinzuweisen zeigt dass auch wenn man Schweizer Produkte einsetzt man nicht vor Bespitzelungen geschützt ist.

Aber die Firmen in der Schweiz stehen um nichts zurueck wenn es ums Sammeln von Informationen geht. Die Kassiererinnen im Coop und in der Migros werden bei jedem Kunden von den Kassen aufgefordert nach den Mehrwertkarten, Supercard und Cumulus, zu fragen. Die Anbieter geben dem Kunden so ein Prozent von seinem Einkauf zurück, die Daten welche daraus entstehen sind aber ein mehrfaches davon wert. Ansonsten würden die Anbieter welche bei jeder Gelegenheit auf den harten Markt verweisen diesen Aufwand nicht betreiben.

Die Migros geht nun einen Schritt weiter und greift eine Soziale Institution an. Die Solicard, welche eigentlich eine Kopie einer Cumulus-Karte ist soll es so nicht mehr geben. Das Konzept dahinter war: Ich gehe Einkaufen und will meine Daten eigentlich nicht offenlegen, aber ich will dass das Prozent vom Anbieter einer Stiftung zu gute kommt. Die Migros will jetzt dass alle eine personalisierte Karte benutzen. Sie schiebt diffuse Ausreden vor, warum das mit eine gemeinsame Karte nicht mehr möglich sei.

Es kommt jedoch auf eines raus: Die Migros will mehr personenbezogene Daten sammeln.

Wenn ihr das nächste von einem Unternehmen mal etwas gratis bekommt, fragt euch warum das so ist. Es kann sein dass es zu Werbezwecken ist, es kann aber auch sein dass ihr mit euren Daten bezahlt.

Deshalb mein Aufruf an alle von Euch: Schaut dem geschenkten Gaul ins Maul. Fragt nach und informiert euch. Nur wenn ihr euch als mündige Bürger aufführt werdet ihr auch als solche wahrgenommen.

An die Hacktivisten: Nehmt weiter Produkte, Software und Hardware auseinander und schaut was dahinter steckt. Ohne euch erfahren wir nie was die Unternehmen wirklich mit unseren Daten machen

An die Politiker: Mit Hetze gegen Ausländer, immer mehr Verboten oder das weibeln für die Wirtschaft macht ihr euch das Leben zu einfach. Für die Bürgerrechte zu kämpfen ist nicht sexy. Aber dennoch ist es etwas was wir gemeinsam tun sollen.

31Mrz/130

Aus aktuellem Anlass: Staatstrojaner (GovWare) kurz erklaert

Der Bundesrat beschäftigt sich ja aktuell wieder mit dem Überwachungsgesetz (BÜPF), die Piraten haben dazu bereits Stellung genommen. Unter anderem ist der Staatstrojaner wieder ein Thema, vom Staat jetzt liebevoll "GovWare" genannt. Zu diesem Anlass soll dieses Video kurz aufzeigen wie ein Staatstrojaner funktioniert und was das Problem dabei sein wird.

15Jul/121

“Ein junger Hitler wuerde uns mal wieder gut tun.”

"Ein junger Hitler würde uns mal wieder gut tun."

Eine Aussage die ich letzthin an einem Stammtisch vernommen habe. Soll man darauf reagieren? Kann man darauf überhaupt mit Worten reagieren, zumal solche Aussagen selten von Zeitgenossen stammen, deren IQ an den eines Vierjährigen heranreicht? Ich hab's auf jeden Fall sein lassen.

Zumindest aber beschränken sich die beiden Appenzeller bei der Unterhaltungen auf den Stammtisch. Nicht so der Herr Alexander Müller (aka @dailytalk), dessen Kristallnacht-Tweet (festgehalten von @mikeschwede) ihm den Job, die politische Karriere und wie er in seinem Blog schreibt, anscheinend auch einen möglichen Erfolg in der Partnersuche gekostet hat.

Er sieht es als Hetze gegenüber seiner Person und erklärt sich als Opfer. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sein Account gehackt wurde und er den Tweet nicht selber geschrieben hat. Jedoch war ich an dem Samstag Abend auf Twitter und habe den Tweet sozusagen Live gesehen.

Hat ihm also dieser eine Tweet, der ihm im schlimmsten Fall "untergejubelt" wurde seine Zunft versaut? Ich behaupte nein. Wie er jetzt wieder in seinem Blog gegen alle pöbelt, sogar gegen die SVP die ihn im Stich gelassen haben soll, hat er es seit langem gemacht. Mit Sprüchen nahe oder auch mal unter der Gürtellinie hat er immer mal wieder ausländer- und frauenfeindlichen Sprüchen angeeckt. Meiner Meinung nach, war der Kristallnacht-Tweet nur der bekannte Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat.

Aus der Geschichte ziehe ich folgende Schlüsse:

  • Die freie Meinungsäusserung ist bei uns noch immer gegeben. Man darf aber davon nicht erwarten, dass auf eine Meinungsäusserung keine Reaktionen erfolgen.
  • Nur weil niemand reagiert heisst, das noch lange nicht, dass alle mit Aussagen einverstanden sind und dass das nächste mal wieder keine Reaktion erfolgt.
  • Reaktionen wie gegen Herrn Müller kommen selten aus dem Nichts.
  • Mit ein wenig Sozialkompetenz gesegnet (die dann auch eingesetzt werden sollte) müsste man sich aber auf dem richtigen Pfad befinden. Su Franke beschreibt es in ihrem Post Gedanken zum gelöschten Tweet mit dem Wort Behaviour sehr gut: Behavior, das Verhalten, der Umgang miteinander und das wie es die Leute empfinden ist für mich der Schlüssel.
  • Die Texte auf Twitter sind zu kurz, als dass man sich während dem Schreiben eines Besseren besinnen könnte.
  • Ausserdem sollte ich wohl mal wieder meine Passwörter ändern...

All das gehört in der heutigen Zeit zum Thema Medienkompetenz. Und das lehrt man nicht einfach so mal nebenbei. Medienkompetenz muss ein fixer Bestandteil der Schulbildung werden. Dieses Wissen wird für die Betroffenen ein wichtiger Erfolgsfaktor und für ihre Zukunft entscheidend sein.

 

PS: Zurück zu den beiden Appenzellern. Medienkompetenz kann auch heissen, dass man die Finger von Medien lässt, die man nicht versteht. Dann muss man sich auch weniger mit Medienkompetenz auseinandersetzen und das Leben ist um einiges einfacher. Somit haben die beiden wohl mehr von der für sie nötigen Medienkompetenz verstanden als viele andere...

22Apr/124

Alles nur böse? Zeigen wir das Gegenteil! Hash-Tag #thx2piracy

Letzthin hat mir YouToube ein Video vorgeschlagen, dessen Musik mir sehr gefallen hat. Ich hab mir dann weitere Songs der beteiligten Band auf YouToube angehört. Diese haben mich überzeugt und ich habe mir auf iTunes zwei Alben von M83 gekauft (die ich übrigens sehr empfehlen kann).

Es wird wieder viel über das Urheberrecht diskutiert. Ein neu gegründeter Verein Musikschaffende hat sich zum Ziel gesetzt, die Rechte der Musikschaffenden zu vertreten.  Dahinter stehen einige bekannte Namen und wohl auch die Rechteverwerter. Denn als erstes wird erneut Sturm gegen illegale Downloads im Internet gemacht. Es wird wieder verlangt, dass hier mehr durchgegriffen und verhindert wird.

Aber zurück zu dem Geld, das ich für Musik ausgegeben habe. Ich wiederhole: Ich habe für Musik bezahlt. Das geht, solche Leute gibt es. Eigentlich hätte ich die Musik gar nie auf YouTube finden dürfen, denn die ist ja nicht legal dort. Eigentlich dürfte ich M83 also gar nicht kennen, eigentlich dürfte ich gar keine Musik von M83 besitzen. Wenn ich mir meine Musiksammlung ansehe (für die ich vorwiegend bezahlt habe!), dann habe ich einen grossteil der Bands erst mal über Quellen entdeckt oder angehört die aus Sicht der Musikschaffenden geschlossen werden sollen.

Aufruf: Erzählt von euren Käufen, Konzertbesuchen, etc. die ihr nur dank "illegaler" Quellen gemacht habt. Auf Twitter oder Facebook mit dem Hashtag #thx2piracy.

Die Idee ist am letzten Stammtisch der Piratenpartei SG AR AI gemeinsam mit Reto (@rettichschnidi) entstanden. Helft mit und verbreitet die Idee. So können wir zeigen, dass die neuen Technologien und Möglichkeiten auch neue Chancen bieten und nicht nur böse sind.

18Mrz/120

Videoempfehlung: Was ist ACTA!

Eine einfache Erklärung, wie ACTA funktioniert, die von Anonymus bereitgestellt wurde. Zugegeben, dies mag eine einseitige Darstellung von ACTA sein und soll kritisch beurteilt werden. Vor allem die Musik im Hintergrund hat schon fast etwas hypnotisches.

Aber einfach so an den Haaren herbeigezogen sind die Aussagen wohl kaum. Also setzt euch selber mit ACTA auseinander und informiert euch!

11Feb/120

Das Internet wird nicht mehr so sein wie heute – ACTA kills

  • Du wirst mit Fr. 5'000.- gebüsst, weil du ein Video von der letzten Party veröffentlicht hast, denn die Musik im Hintergrund deines Videos ist urheberrechtlich geschützt.
  • Wenn du etwas auf Facebook postests, musst du drei Tage auf die Veröffentlichung warten. Facebook muss den Beitrag erst prüfen, weil es dafür verantwortlich gemacht werden kann.
  • Die Polizei steht mit einem Durchsuchungsbefehl vor der Tür, ohne verdacht oder eine konkrete Begründung.
  • Du musst dir gut überlegen, was du in der öffentlichkeit sagst. Denn der Schutz von geistigem Eigentum ist höher gewertet, als deine Redefreiheit.
  • Alles was du im Internet machst wird überwacht und auf rechtmässigkeit überprüft.

Das alles kann Realität werden, wenn ACTA eingeführt wird. Das will natürlich niemand, deshalb kämpft die Piratenpartei vehement gegen diesen Vertrag und macht auf die Verhandlungen aufmerksam.

Seit 2007 wird hinter verschlossenen Türen über ACTA verhandelt. Immer wieder kommen Informationen an die Öffentlichkeit, unter anderem ist die definitive Version als pdf verfügbar.

Das Ziel von ACTA ist, dass rechtliche Schritte einfacher unternommen werden können um Geistiges Eigentum zu schützen. Die möglichen Schritte sind sehr vage aber es ermöglicht Ansprüche mit massive Mittel durchzusetzen.

Geistiges Eigentum zu schützen ist natürlich nicht grundsätzlich falsch. Jedoch basiert die Diskussion auf einem heute schon nicht mehr zeitgemässen Urheberrecht, vor allem in Anbetracht der Möglichkeiten und Kultur die das Internet gebracht hat  (Yannic hat einen einfachen Überblick über Urheberrecht geschrieben). Ein weiteres Problem ist, dass ISP (Internetdienstanbieter) auch verantwortlich gemacht, also in die Pflicht genommen werden. Das führt zu einer enormen Überwachung durch die ISP, damit sie sich absichern können. Was das kostet und wer das bezahlt ist natürlich klar.

Und ich habe hier nur vom Internet geschrieben. ACTA ist relevant für alle Arten von geistigem Eigentum. So zum Beispiel auch für Medikamente oder Saatgut. Es ist also nicht so weit hergeholt, wenn behauptet wird "ACTA kills"...

Wer sich weiter informieren will, hier noch ein paar interessante Beiträge:

16Dez/110

Musik und Filme downloaden? Der Bundesrat sagt ja

Am 30. November 2011 hat der Bundesrat mitgeteilt, dass keine Anpassungen am bestehenden Urheberrecht nötig sei. Es handelt sich dabei um die Erfüllung eines Postulat aus dem Ständerat vom 2010, in dem beauftragt wurde zu prüfen ob Massnahmen gegen Urheberrechtsverletzungen nötig sind.

In der Untersuchung wurde festgestellt, dass bis zu einem Drittel der über 15-Jährigen Musik, Filme und Spiele herunterladen, ohne dafür zu bezahlen.

Viel wichtiger ist aber die Feststellung, dass der prozentuale Anteil am verfügbaren Einkommen, der für den Konsum in diesem Bereich ausgegeben wird, konstant bleibt. Da sich das Angebot aber ständig vergrössert, verlagern sich diese Ausgaben. Einsparungen, die durch den Download gemacht werden, werden auch im Unterhaltungssektor wieder eingesetzt. Anstatt dass dieses Geld in Musik oder Filme investiert wird, wird es für Konzerte, Kinobesuche und Merchandising verwendet.

Die eigentliche Ursache ist also wieder auf dasselbe Problem zurückzuführen wie in einigen anderen Situationen. Die Produktionsfirmen weigern sich mit der Realität zu gehen und sich dem veränderten Konsumentenverhalten anzupassen. Lieber investieren sie ihre Energie in sinnlose Unterfangen, ihr bestehende veraltete Strategie durchzusetzen.

Ich unterstütze den Entscheid des Bundesrats und freue mich über dies "reife" Einstellung. Es ist ein zukunftsweisender Entscheid und klarer Auftrag an die Industrie sich nicht gegen Veränderungen zu wehren sondern mit der Zeit zu gehen sich anzupassen. Eigentlich bedenklich, dass man das solch grossen Firmen sagen muss ...

11Okt/110

0zapftis – Bundestrojaner

Der Chaos Computer Club (CCC) hat am vergangenen Wochenende seine Untersuchungen zu einem Trojaner veröffentlicht, der als Spionagesoftware von Behörden eingesetzt wurde. In ihrem Bericht dazu schreiben sie:

Der Chaos Computer Club (CCC) hat eine eingehende Analyse staatlicher Spionagesoftware vorgenommen. Die untersuchten Trojaner können nicht nur höchst intime Daten ausleiten, sondern bieten auch eine Fernsteuerungsfunktion zum Nachladen und Ausführen beliebiger weiterer Schadsoftware. Aufgrund von groben Design- und Implementierungsfehlern entstehen außerdem eklatante Sicherheitslücken in den infiltrierten Rechnern, die auch Dritte ausnutzen können.

Einige Tatsachen zu dieser Situation lassen einem die Haare zu Berge stehen:

  • Erst mal die Tatsache, dass dieser Trojaner überhaupt eingesetzt und so tief in die Privatsphäre eingegriffen wird.
  • Die Funktionalität des Trojaners. Es wird nicht nur die Kommunikation abhört/aufgezeichnet, sondern der ganze Prozess dorthin, z.B. mittels Screenshots (also z.B. Notizen und Entwürfe, die später wieder verworfen werden).
  • Weiter ermöglicht der Trojaner, Manipulationen am Opfer-Computer vorzunehmen. Es können also Beweismittel mit dem Trojaner "hinterlegt" werden. Somit müssen die mit dem Trojaner erstellten Beweismittel schnell wieder als wertlos beurteilt werden.
  • Die Sicherheit lässt stark zu wünschen übrig. So können Dritte einfach auf den Trojaner zugreifen und diesen für eigene Zwecke verwenden. (Man stelle sich vor, die Blackbox in Autos wäre Realität, aufgrund von Sicherheitsmängel könnte jeder mit seinem Natel aus der Nähe die Bremsen des Fahrzeuges deaktivieren.)
  • ... es geht noch weiter, schaut euch am Besten die verlinkten Beiträgen unten selber an.

Zum Thema Sicherheit des Staatstrojaners hat Denis Simonet in einem Beitrag schön formuliert:

Ist die Software einmal auf einem Computer installiert, steht derselbe offen wie ein Scheunentor; es ist sogar möglich, Code nachzuladen. Sprich: Wird ein Computer auf diesem Wege überwacht, kann das Pferchen fremd geritten werden. Jeder ist in der Lage, den betroffenen Computer nach Belieben fern zu steuern! Da erscheint es schon fast als Lappalie, dass die gesammelten Daten in die USA geschickt werden.

Dass sich die ganze Affäre nicht so einfach als ein Problem Deutschlands abtun lässt, zeigt Florian Mauchle in seinem Beitrag auf, wie auch der Beitrag der Deutschen Welle, in dem auch erwähnt wird, dass die Schweiz ähnliche Software gekauft hat.

Empfohlene Quellen:

25Sep/117

2 Klicks für mehr Datenschutz

Überall auf Webseiten sieht man sie, die Facebook-, Tweet- und +1-Buttons, mit denen man seinen Freunden Inhalte empfehlen kann.

Es handelt sich dabei um Funktionen, die von den jeweiligen Netzwerkplattformen eingebunden werden. Das bedeutet, ohne dass der Betrachter etwas macht, werden bereits Daten an die Betreiber gesandt. So haben also Facebook, Twitter, Google und Co. die (bzw. eine weitere) Möglichkeit euer Verhalten im Internet zu archivieren und auszuwerten.

Dies ist aus Sicht des Datenschutzes natürlich nicht optimal. Vor allem da sich der Betrachter noch nicht einmal selber entscheiden kann ob er das will oder nicht, nicht ganz im Sinne der informationellen Selbstbestimmung.

Heise online hat hier mit dem 2-Klick-Verfahren Abhilfe geschaffen und dieses öffentlich zugänglich gemacht:

Das Konzept ist einfach. Standardmäßig bettet heise online deaktivierte Buttons ein, die keinen Kontakt mit den Servern von Facebook & Co herstellen. Erst wenn der Anwender diese aktiviert und damit seine Zustimmung zur Kommunikation mit Facebook, Google oder Twitter erklärt, werden die Buttons aktiv und stellen die Verbindung her. Dann kann der Anwender mit einem zweiten Klick seine Empfehlung übermitteln.

Ich bin über den Blog von Denis Simonet auf das Plugin aufmerksam geworden und hab es gleich installiert und damit die alte Variante abgelöst - dürft ihr natürlich gerne drücken :-). Ich empfehle für jeden WordPress-Blog hierzu nur noch das Plugin «2 Click Social Media Buttons» zu verwenden. Überlassen wir den Lesern die Wahl bezüglich ihrer Informationen!

1Aug/110

Datenschutz – betrifft mich nicht?

Der Begriff Datenschutz ist einer der Begriffe der eigentlich klar ist, soll man ihn aber erklären wird es dann doch etwas schwierig. Wikipedia sagt dazu:

Datenschutz bezeichnet den Schutz des Einzelnen vor dem Missbrauch personenbezogener Daten.

Beim Kanton St. Gallen heisst es:

Datenschutz bedeutet Schutz der Persönlichkeit und der Grundrechte von Personen, über die Daten bearbeitet werden.

Die Spackeria, über die ich vor kurzem geschrieben habe, definiert Datenschutz wie folgt:

Maßnahmen (z.B. in Form von Gesetzen), welche das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung aufrechterhalten/garantieren.

Es geht also um den Schutz der Persönlichkeit in Form von persönlichen Informationen, die Dritte besitzen. Diese dürfen nicht weitergegeben und nicht missbraucht werden. Das tönt jetzt vielleicht etwas theoretisch, deshalb hier einige Beispiele:

Weitergabe von Daten

  • Eine Email- oder auch Postadresse die ich an kommunale oder kantonale Organe melden muss sollen nicht für Werbung (Spam) weitergegeben werden.
  • Die Akte die unser Hausarzt über uns angefertigt hat, soll in den meisten Fällen eher nicht in die Hände der Krankenkasse fallen.
  • Auch sollen die Krankenakten nicht unbedingt von einem zukünftigen Arbeitgeber eingesehen werden können.
  • Dann gibt's natürlich noch die Extremfälle, die für ihre Sicherheit oder Gesundheit darauf angewiesen sind, dass ihre Daten nicht weitergegeben werden (z.B. Frauen in Frauenhäusern).
  • Bankgeheimnis...

Missbrauch von Daten

Daten können in zweierlei Hinsicht missbraucht werden. Sie werden entweder nicht für ihren eigentlichen Zweck für den sie erhoben wurden verwendet. Oder sie werden mit weiteren Datensammlungen kombiniert und so angereichert.

  • Verwendung von Daten bei der Arbeit für persönliche zwecke (z.B. Betreibungs-/Steuerbeamte wenn sie eine Immobilie vermieten oder etwas verkaufen wollen).
  • Erstellung von Bewegungsprofilen durch Telekomanbieter anhand von Informationen der Mobiltelefone.
  • Verwendung von Daten die in Sozialen-Netzen preisgegeben werden (durch Facebook, Google, etc.) - aber Vorsicht, mit dem Kleingedruckten hat man bestätigt, dass die Daten verwendet werden dürfen ...

Daten können in zweierlei Hinsicht missbraucht werden. Sie werden entweder nicht für ihren eigentlichen Zweck für den sie erhoben wurden verwendet. Oder sie werden mit weiteren Datensammlungen kombiniert und so angereichert.

Man stelle sich verschiedene Kombinationen der nachfolgenden Daten(-sammlungen) vor:

  • Migros-Kumulus / Coop-Superpunkte (die alle Einkäufe gespeichert haben)
  • Krankendaten
  • Steuerdaten (Einkommen/Vermögen)
  • Abstimmung-/Wahlverhalten
  • Online-Fotosammlungen (Facebook, Fotobuch-Dienste, etc.), vor allem bei automatischer Gesichtserkennung
  • Bewegungsprofile

Das Thema ist also nicht ganz so einfach und betrifft jeden von uns, unabhängig wie er persönlich mit seinen Daten umgeht. Ich werde in nächster Zeit noch ein paar Überlegungen mehr zu dem Thema publizieren.

Falls es etwas gibt, womit ich mich im speziellen auseinandersetzen bzw. meinen Senf dazu abgeben soll, kann das gerne im Kommentar mitteilen. Ich werde versuchen darauf einzugehen.

Weiterführende Links: