Red Queen – Alex's Blog It takes all the running you can do, to keep in the same place.

1Nov/130

Videoempfehlung: Deadlines

In einem interessanten kleinen Experiment zeigt das Video schön auf, dass Kreativität nie durch Zeitdruck gefördert werden kann. Also, nehmt oder gebt Zeit und die richtigen Rahmenbedingungen, wenn Kreativität erwartet wird.

Creativity is not inspired by the pressure of time but by the freedom, the playfulness and the fun.

Frei übersetzt: Kreativität wird nicht durch Zeitdruck inspiriert sondern vielmehr durch Freiheit, Verspieltheit und Spass.

15Jul/121

“Ein junger Hitler wuerde uns mal wieder gut tun.”

"Ein junger Hitler würde uns mal wieder gut tun."

Eine Aussage die ich letzthin an einem Stammtisch vernommen habe. Soll man darauf reagieren? Kann man darauf überhaupt mit Worten reagieren, zumal solche Aussagen selten von Zeitgenossen stammen, deren IQ an den eines Vierjährigen heranreicht? Ich hab's auf jeden Fall sein lassen.

Zumindest aber beschränken sich die beiden Appenzeller bei der Unterhaltungen auf den Stammtisch. Nicht so der Herr Alexander Müller (aka @dailytalk), dessen Kristallnacht-Tweet (festgehalten von @mikeschwede) ihm den Job, die politische Karriere und wie er in seinem Blog schreibt, anscheinend auch einen möglichen Erfolg in der Partnersuche gekostet hat.

Er sieht es als Hetze gegenüber seiner Person und erklärt sich als Opfer. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sein Account gehackt wurde und er den Tweet nicht selber geschrieben hat. Jedoch war ich an dem Samstag Abend auf Twitter und habe den Tweet sozusagen Live gesehen.

Hat ihm also dieser eine Tweet, der ihm im schlimmsten Fall "untergejubelt" wurde seine Zunft versaut? Ich behaupte nein. Wie er jetzt wieder in seinem Blog gegen alle pöbelt, sogar gegen die SVP die ihn im Stich gelassen haben soll, hat er es seit langem gemacht. Mit Sprüchen nahe oder auch mal unter der Gürtellinie hat er immer mal wieder ausländer- und frauenfeindlichen Sprüchen angeeckt. Meiner Meinung nach, war der Kristallnacht-Tweet nur der bekannte Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat.

Aus der Geschichte ziehe ich folgende Schlüsse:

  • Die freie Meinungsäusserung ist bei uns noch immer gegeben. Man darf aber davon nicht erwarten, dass auf eine Meinungsäusserung keine Reaktionen erfolgen.
  • Nur weil niemand reagiert heisst, das noch lange nicht, dass alle mit Aussagen einverstanden sind und dass das nächste mal wieder keine Reaktion erfolgt.
  • Reaktionen wie gegen Herrn Müller kommen selten aus dem Nichts.
  • Mit ein wenig Sozialkompetenz gesegnet (die dann auch eingesetzt werden sollte) müsste man sich aber auf dem richtigen Pfad befinden. Su Franke beschreibt es in ihrem Post Gedanken zum gelöschten Tweet mit dem Wort Behaviour sehr gut: Behavior, das Verhalten, der Umgang miteinander und das wie es die Leute empfinden ist für mich der Schlüssel.
  • Die Texte auf Twitter sind zu kurz, als dass man sich während dem Schreiben eines Besseren besinnen könnte.
  • Ausserdem sollte ich wohl mal wieder meine Passwörter ändern...

All das gehört in der heutigen Zeit zum Thema Medienkompetenz. Und das lehrt man nicht einfach so mal nebenbei. Medienkompetenz muss ein fixer Bestandteil der Schulbildung werden. Dieses Wissen wird für die Betroffenen ein wichtiger Erfolgsfaktor und für ihre Zukunft entscheidend sein.

 

PS: Zurück zu den beiden Appenzellern. Medienkompetenz kann auch heissen, dass man die Finger von Medien lässt, die man nicht versteht. Dann muss man sich auch weniger mit Medienkompetenz auseinandersetzen und das Leben ist um einiges einfacher. Somit haben die beiden wohl mehr von der für sie nötigen Medienkompetenz verstanden als viele andere...

11Feb/120

Das Internet wird nicht mehr so sein wie heute – ACTA kills

  • Du wirst mit Fr. 5'000.- gebüsst, weil du ein Video von der letzten Party veröffentlicht hast, denn die Musik im Hintergrund deines Videos ist urheberrechtlich geschützt.
  • Wenn du etwas auf Facebook postests, musst du drei Tage auf die Veröffentlichung warten. Facebook muss den Beitrag erst prüfen, weil es dafür verantwortlich gemacht werden kann.
  • Die Polizei steht mit einem Durchsuchungsbefehl vor der Tür, ohne verdacht oder eine konkrete Begründung.
  • Du musst dir gut überlegen, was du in der öffentlichkeit sagst. Denn der Schutz von geistigem Eigentum ist höher gewertet, als deine Redefreiheit.
  • Alles was du im Internet machst wird überwacht und auf rechtmässigkeit überprüft.

Das alles kann Realität werden, wenn ACTA eingeführt wird. Das will natürlich niemand, deshalb kämpft die Piratenpartei vehement gegen diesen Vertrag und macht auf die Verhandlungen aufmerksam.

Seit 2007 wird hinter verschlossenen Türen über ACTA verhandelt. Immer wieder kommen Informationen an die Öffentlichkeit, unter anderem ist die definitive Version als pdf verfügbar.

Das Ziel von ACTA ist, dass rechtliche Schritte einfacher unternommen werden können um Geistiges Eigentum zu schützen. Die möglichen Schritte sind sehr vage aber es ermöglicht Ansprüche mit massive Mittel durchzusetzen.

Geistiges Eigentum zu schützen ist natürlich nicht grundsätzlich falsch. Jedoch basiert die Diskussion auf einem heute schon nicht mehr zeitgemässen Urheberrecht, vor allem in Anbetracht der Möglichkeiten und Kultur die das Internet gebracht hat  (Yannic hat einen einfachen Überblick über Urheberrecht geschrieben). Ein weiteres Problem ist, dass ISP (Internetdienstanbieter) auch verantwortlich gemacht, also in die Pflicht genommen werden. Das führt zu einer enormen Überwachung durch die ISP, damit sie sich absichern können. Was das kostet und wer das bezahlt ist natürlich klar.

Und ich habe hier nur vom Internet geschrieben. ACTA ist relevant für alle Arten von geistigem Eigentum. So zum Beispiel auch für Medikamente oder Saatgut. Es ist also nicht so weit hergeholt, wenn behauptet wird "ACTA kills"...

Wer sich weiter informieren will, hier noch ein paar interessante Beiträge:

1Nov/100

Zukunft der Kommunikation

Ich habe bereits in einem vorherigen Post über die TEDx in Zürich berichtet. Hier möchte ich auf den Vortrag von Jef Koh zum Thema Liquid Interfaces eingehen.

In einem ersten Teil des Vortrags zeigt er laufende Projekte. Das huggy pyjama ermöglicht die Übertragung von Umarmungen. Mit dem food teleporter wird etwas inklusive seinem Geschmack übertragen. So soll die Grossmutter mit einem selbergemachten Kuchen beglückt werden können, ohne dass sie dazu besucht werden muss (was auch immer die Gründe hierfür sein sollen).

Sein eigenes Projekt zu liquid interfaces soll die Eingabe, sowie später auch die Ausgabe von Informationen verändern. Ein Rückblick zeigt die bisher erfolgte Evolution von der Interaktion mit Maschinen von Hebeln über eher statische Knöpfe zu den jetzigen dynamischen Knöpfen wie wir sie zum Beispiel vom iPhone her kennen. So kann sich ein Butten heute beliebig in seiner Funktion, vor allem aber in seinem Aussehen ändern. Dies aber nur in zwei Dimensionen. Das liquid interface soll hier nun die dritte Dimension einbringen. So kann zum Beispiel auch die Intensität des Drucks berücksichtigt werden.

Man darf also gespannt sein, was die Zukunft noch bringen wird, auf jeden Fall sind noch unzählige Möglichkeiten offen. Und auch wenn der Einsatz einiger Ideen noch nicht immer absehbar ist oder sinnvoll erscheint, so haben sich doch in der Vergangenheit oft auch solche durchgesetzt (grüsse an Twitter).

Das Video könnt ihr auf der Seite der TEDxZurich ansehen: http://tedxzurich.com/2010/09/05/jef-koh-builds-animated-interactive-liquids/