Red Queen – Alex's Blog It takes all the running you can do, to keep in the same place.

15Jul/121

“Ein junger Hitler wuerde uns mal wieder gut tun.”

"Ein junger Hitler würde uns mal wieder gut tun."

Eine Aussage die ich letzthin an einem Stammtisch vernommen habe. Soll man darauf reagieren? Kann man darauf überhaupt mit Worten reagieren, zumal solche Aussagen selten von Zeitgenossen stammen, deren IQ an den eines Vierjährigen heranreicht? Ich hab's auf jeden Fall sein lassen.

Zumindest aber beschränken sich die beiden Appenzeller bei der Unterhaltungen auf den Stammtisch. Nicht so der Herr Alexander Müller (aka @dailytalk), dessen Kristallnacht-Tweet (festgehalten von @mikeschwede) ihm den Job, die politische Karriere und wie er in seinem Blog schreibt, anscheinend auch einen möglichen Erfolg in der Partnersuche gekostet hat.

Er sieht es als Hetze gegenüber seiner Person und erklärt sich als Opfer. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sein Account gehackt wurde und er den Tweet nicht selber geschrieben hat. Jedoch war ich an dem Samstag Abend auf Twitter und habe den Tweet sozusagen Live gesehen.

Hat ihm also dieser eine Tweet, der ihm im schlimmsten Fall "untergejubelt" wurde seine Zunft versaut? Ich behaupte nein. Wie er jetzt wieder in seinem Blog gegen alle pöbelt, sogar gegen die SVP die ihn im Stich gelassen haben soll, hat er es seit langem gemacht. Mit Sprüchen nahe oder auch mal unter der Gürtellinie hat er immer mal wieder ausländer- und frauenfeindlichen Sprüchen angeeckt. Meiner Meinung nach, war der Kristallnacht-Tweet nur der bekannte Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat.

Aus der Geschichte ziehe ich folgende Schlüsse:

  • Die freie Meinungsäusserung ist bei uns noch immer gegeben. Man darf aber davon nicht erwarten, dass auf eine Meinungsäusserung keine Reaktionen erfolgen.
  • Nur weil niemand reagiert heisst, das noch lange nicht, dass alle mit Aussagen einverstanden sind und dass das nächste mal wieder keine Reaktion erfolgt.
  • Reaktionen wie gegen Herrn Müller kommen selten aus dem Nichts.
  • Mit ein wenig Sozialkompetenz gesegnet (die dann auch eingesetzt werden sollte) müsste man sich aber auf dem richtigen Pfad befinden. Su Franke beschreibt es in ihrem Post Gedanken zum gelöschten Tweet mit dem Wort Behaviour sehr gut: Behavior, das Verhalten, der Umgang miteinander und das wie es die Leute empfinden ist für mich der Schlüssel.
  • Die Texte auf Twitter sind zu kurz, als dass man sich während dem Schreiben eines Besseren besinnen könnte.
  • Ausserdem sollte ich wohl mal wieder meine Passwörter ändern...

All das gehört in der heutigen Zeit zum Thema Medienkompetenz. Und das lehrt man nicht einfach so mal nebenbei. Medienkompetenz muss ein fixer Bestandteil der Schulbildung werden. Dieses Wissen wird für die Betroffenen ein wichtiger Erfolgsfaktor und für ihre Zukunft entscheidend sein.

 

PS: Zurück zu den beiden Appenzellern. Medienkompetenz kann auch heissen, dass man die Finger von Medien lässt, die man nicht versteht. Dann muss man sich auch weniger mit Medienkompetenz auseinandersetzen und das Leben ist um einiges einfacher. Somit haben die beiden wohl mehr von der für sie nötigen Medienkompetenz verstanden als viele andere...

22Apr/124

Alles nur böse? Zeigen wir das Gegenteil! Hash-Tag #thx2piracy

Letzthin hat mir YouToube ein Video vorgeschlagen, dessen Musik mir sehr gefallen hat. Ich hab mir dann weitere Songs der beteiligten Band auf YouToube angehört. Diese haben mich überzeugt und ich habe mir auf iTunes zwei Alben von M83 gekauft (die ich übrigens sehr empfehlen kann).

Es wird wieder viel über das Urheberrecht diskutiert. Ein neu gegründeter Verein Musikschaffende hat sich zum Ziel gesetzt, die Rechte der Musikschaffenden zu vertreten.  Dahinter stehen einige bekannte Namen und wohl auch die Rechteverwerter. Denn als erstes wird erneut Sturm gegen illegale Downloads im Internet gemacht. Es wird wieder verlangt, dass hier mehr durchgegriffen und verhindert wird.

Aber zurück zu dem Geld, das ich für Musik ausgegeben habe. Ich wiederhole: Ich habe für Musik bezahlt. Das geht, solche Leute gibt es. Eigentlich hätte ich die Musik gar nie auf YouTube finden dürfen, denn die ist ja nicht legal dort. Eigentlich dürfte ich M83 also gar nicht kennen, eigentlich dürfte ich gar keine Musik von M83 besitzen. Wenn ich mir meine Musiksammlung ansehe (für die ich vorwiegend bezahlt habe!), dann habe ich einen grossteil der Bands erst mal über Quellen entdeckt oder angehört die aus Sicht der Musikschaffenden geschlossen werden sollen.

Aufruf: Erzählt von euren Käufen, Konzertbesuchen, etc. die ihr nur dank "illegaler" Quellen gemacht habt. Auf Twitter oder Facebook mit dem Hashtag #thx2piracy.

Die Idee ist am letzten Stammtisch der Piratenpartei SG AR AI gemeinsam mit Reto (@rettichschnidi) entstanden. Helft mit und verbreitet die Idee. So können wir zeigen, dass die neuen Technologien und Möglichkeiten auch neue Chancen bieten und nicht nur böse sind.

1Jan/121

Verbot von Radarwarnungen – ist Facebook öffentlich?

Am 20. Dezember 2011 hat der Nationalrat im Rahmen von «Via sicura» unter anderem beschlossen, dass die öffentlich Warnung vor Radarkontrollen neu gebüsst werden soll.

Auf den ersten Moment ist alles klar. Radarwarnungen im Radio gehören wohl der Vergangenheit an. In der heutigen Zeit ist der Begriff "öffentlich" aber nicht mehr so einfach zu definieren. Wie Rechtsanwalt Martin Steiger auf seinem Blog steigerlegal.ch aufzeigt, sind sich dabei auch nicht alle Politiker ganz einig.

In den sozialen Medien gibt es natürlich Meldungen die ganz klar als privat (Direktmeldungen, etc.) oder als öffentlich eingestuft werden können. Jedoch liegt dazwischen meist ein grosser Bereich, der nicht mehr so klar ist. Mein Twitter-Profil ist öffentlich einsehbar, ist aber eine Status-Meldung über meinen Facebook-Account, die meine nunmehr 300 "Freunde" sehen, privat?

Ich glaube nicht, dass wir uns sorgen müssen gleich für eine Radarwarnung auf Facebook verfolgt zu werden. Die gesetzliche Grundlage scheint dies aber nicht auszuschliessen. Also wie immer, ist Vorsicht geboten und lieber mal etwas weniger Posten als zu viel.

25Sep/117

2 Klicks für mehr Datenschutz

Überall auf Webseiten sieht man sie, die Facebook-, Tweet- und +1-Buttons, mit denen man seinen Freunden Inhalte empfehlen kann.

Es handelt sich dabei um Funktionen, die von den jeweiligen Netzwerkplattformen eingebunden werden. Das bedeutet, ohne dass der Betrachter etwas macht, werden bereits Daten an die Betreiber gesandt. So haben also Facebook, Twitter, Google und Co. die (bzw. eine weitere) Möglichkeit euer Verhalten im Internet zu archivieren und auszuwerten.

Dies ist aus Sicht des Datenschutzes natürlich nicht optimal. Vor allem da sich der Betrachter noch nicht einmal selber entscheiden kann ob er das will oder nicht, nicht ganz im Sinne der informationellen Selbstbestimmung.

Heise online hat hier mit dem 2-Klick-Verfahren Abhilfe geschaffen und dieses öffentlich zugänglich gemacht:

Das Konzept ist einfach. Standardmäßig bettet heise online deaktivierte Buttons ein, die keinen Kontakt mit den Servern von Facebook & Co herstellen. Erst wenn der Anwender diese aktiviert und damit seine Zustimmung zur Kommunikation mit Facebook, Google oder Twitter erklärt, werden die Buttons aktiv und stellen die Verbindung her. Dann kann der Anwender mit einem zweiten Klick seine Empfehlung übermitteln.

Ich bin über den Blog von Denis Simonet auf das Plugin aufmerksam geworden und hab es gleich installiert und damit die alte Variante abgelöst - dürft ihr natürlich gerne drücken :-). Ich empfehle für jeden WordPress-Blog hierzu nur noch das Plugin «2 Click Social Media Buttons» zu verwenden. Überlassen wir den Lesern die Wahl bezüglich ihrer Informationen!

7Apr/110

Video der Woche: Bloggerfilm

Wie beim Link der Woche, werde ich zukünftig auch regelmässig Videos posten, die ich im Internet gefunden habe.

Ich starte mit dem Projekt Bloggerfilm von Michael Eugster, der im Rahmen seiner Maturaarbeit eine Dokumentation über Blogger und das Bloggen erstellt hat.

bloggerfilm - Ein Projekt, ein Film, Schweizer Blogger from Michael Eugster on Vimeo.

26Mrz/112

Fernsehen 2.0 – Sendestart von joiz.tv

Am Montag, 28.03.2011 geht der neue TV-Sender joiz auf Sendung.

Das Durchschnittsalter eines Zuschauers beim Schweizer Fernsehen liegt bei knapp 60 Jahren. Dies hat die Macher von joiz dazu bewogen einen neuen Fernsehsender zu starten. Dabei soll vor allem das jüngere Publikum (15 - 29 Jahre) angesprochen werden. Eine Studie besagt, dass dieses Publikum zu 90% parallel zum Fernsehen das Web nutzen, sei es um zusätzliche Informationen zu beziehen oder mit anderen über Themen zu diskutieren (Verfolgt zum Beispiel während Schlag den Rab mal Twitter mit dem Suchbegriff #sdr).

Joiz möchte hier aufsetzen und die Medien TV und Web kombinieren. So sollen die einzelnen Inhalte interaktiv gestaltet werden, bei einem Interview haben die Zuschauer zum Beispiel die Möglichkeit Fragen einzureichen, die dann (nach einer Abstimmung) platziert werden. Natürlich wird die Frage als Video eingereicht, das dann allenfalls im TV ausgestrahlt wird. Das Video zusammen mit der Antwort erhält man dann als Link zurück, den man in der eigenen Community verbreiten kann.

Die Themen sind natürlich auch auf die Zielgruppe abgestimmt: Lifestyle, Music, People, Games, Fashion, Nightlife, etc., selbstverständlich moderiert von Personen im Alter der Zielgruppe. Dabei soll stets auch möglichst die Schweiz im Vordergrund stehen.

Anfänglich werden nur 3.5 Stunden pro Tag produziert, am Samstag gibt's ein Best-of mit Ausschnitten von unter der Woche. Neben dem wirtschaftlichen Gedanken liegt dahinter auch die Überlegung, dass die Zielgruppe an den restlichen Tageszeiten und Samstags meist besseres zu tun hat, also vor dem TV zu sitzen. Ich werde mir die Sendung auf jeden Fall mal ansehen, bin gespannt.

Joiz ist natürlich auch auf Facebook, also gleich mal Fan werden ;-)