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11Jun/112

“Privatsphäre ist sowas von Eighties”

Datenschutz funktioniert heute nicht mehr, aktuelle Diskussionen um den Schutz von Daten gehen an der Realität vorbei.

Im März diesen Jahres führte ein Interview im Spiegel Online zu vielen emotionalen Diskussionen. Julia Schramm (laprintemps auf Twitter) hat sich darin zu ihren Überlegungen zu Datenschutz geäussert. Als Mitglied einer Gruppe, bekannt unter dem Namen datenschutzkritische Spackeria, haben sie sich Überlegungen zu dem Kontrollverlust der Informationen im Internet, der in letzter Zeit öfter festgestellt wird, und über ein Leben in einer Post-Privacy-Gesellschaft gemacht.

Der Schutz der eigenen Daten wird in Zukunft immer weniger von zentralen Institutionen oder Fürsorgern gewährleistet werden können. Jedem Einzelnen muss daher seine eigene Rolle im Datenschutz klarer gemacht werden. Dies ist eine aufklärerische Aufgabe.

Die Überlegungen sind sehr interessant und regen zum Nachdenken an. So wird in einem Berichte aufgezeigt, dass Datenschutz nicht richtig funktionieren kann:

  • Der Staat, vor dem uns die Datenschutzgesetze am meisten schützen sollten, ist auch der, der die Gesetze eigentlich macht,
  • Firmen verlegen ihren Sitz in ein Land in dem unser Datenschutz nicht mehr gilt und
  • Private kann man zwar bestrafen, das nützt dem Opfer aber schlussendlich wenig, wenn seine Privatsphäre verletzt wurde.

Auch werden die Vorteile einer (fast absoluten) transparenz aufgezeigt und wohin diese führen würde.

Trotz allem bin ich der Meinung, dass jeder selber über seine eigenen Daten bestimmen können soll und wir alles unternehmen sollten, dieses Recht auf informationelle Selbstbestimmung und unsere (persönlichen) Daten zu schützen unternehmen sollten. Allenfalls sollten wir noch etwas an der Medienkompetenz arbeiten um jeden vor der Veröffentlichung seiner eigenen Privatsphäre zu "schützen".

Auf jeden Fall regen die Überlegungen zum Nachdenken an und zeigen uns die Grenzen des Datschutzes auf. Obwohl uns Datenschutzgesetz einen gewissen Schutz bieten, sind wir doch in den meisten Fällen selber diejenigen, die unachtsam mit den eigenen Daten umgehen.

Weitere Informationen zu dem Thema:

Kommentare (2) Trackbacks (1)
  1. Sicher ist Dafenschutz auch eine persönliche Sache. Social Medias bewirken eine radikale Neuorientierung in Sachen Datenschutz. Eigentlich ist die Nutzung alleine schon ein Fauxpas! Ohne viel von sich preiszugeben, kann schon einiges an Erkenntnissen über die betreffende Person gewonnen werden…

    • Genau darauf baut die Spackeria auf. Wir werden an den sozialen Medien und deren Eigendynamik nicht viel ändern können. Hier wäre dann wohl eher Arbeit an der Medienkompetenz die bessere Lösung, als dieses Problem mit Datenschutz(-gesetzen) anzugehen.


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